Den Karpfenteich erkunden


Ob man nun in eine neue Gegend umzieht oder den Angelverein wechselt, es gibt immer Situationen an denen man an einen
unbekannten Karpfenteich kommt und keinerlei Wissen über Hotspots und Gewässerbeschaffenheiten hat. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man setzt sich nach und nach an immer neue Angelplätze und versucht dort sein Glück bis man einen guten Platz gefunden hat, oder man untersucht den Karpfenteich genau und lernt ihn mit seinen interessanten Stellen kennen. Im Folgenden möchten wir Tipps geben und ein Verfahren vorstellen wie man einen Angelteich in kurzer Zeit sehr gut kennen lernen kann und schnell die besten Angelplätze finden kann.

 

Die Basis: Gewässerkarte erstellen


Zuerst besorgt man sich mehrere Karten des Karpfenteiches. Diese kann man entweder vom örtlichen Angelverein erhalten, sich selbst aufzeichnen oder von Google-Earth exportieren. Sinnvoll ist es wenn man diese Karte auf ein Din4 oder sogar auf ein Din3 Blatt druckt. Man benötigt dann 3 Abzüge dieser Gewässerkarte, in die man wie im Folgenden aufgezeigt Daten über das Gewässer einträgt.

 

Geografische Karte: Untiefen, Plateaus und Löcher am Seegrund


In die erste Karte werden besonders markante Stellen des Gewässers eingezeichnet. Ein einfachsten kann man solche Stellen finden wenn man den Karpfenteich mit einem Echolot erkundet. Nun sind Unterwassergräben, besonders tiefe Stellen, Plateaus und andere Auffälligkeiten in die Karte einzutragen. Alternativ zum Echolot kann man auch Luftaufnahmen verwenden und versuchen anhand diesen Markante stellen zu finden. Auch Angelkollegen verraten häufig Details über die Gewässerbeschaffenheit.

 

Vegetative Karte: Wasserpflanzen und überhängende Äste


Auf der zweiten Karte wird die Vegetation eingetragen. Zum einen die Wasserpflanzen im Wasser und zum anderen auch die Bäume und den Uferbewuchs, die teilweise über das Wasser hängt. Das Hauptaugenmerk sollte aber auf den Wasserpflanzen im Karpfenteich liegen. Der einfachere Teil sind dabei die sichtbaren Pflanzen wie Seerosenfelder, Schilfgürtel und Unterwasserpflanzen, die bis an die Wasseroberfläche reichen. Schwieriger wird es bei den nicht sichtbaren Pflanzen, also bei den Wasserpflanzen, die am Gewässergrund wachsen. Hier kann man sich behelfen wenn man ein größeres Birnenblei an einer Spinnrute befestigt und dieses über den Teichgrund zieht. Mit etwas Übung kann man die
Wasserpflanzen am Teichgrund spüren und kann diese in die Karte eintragen.

 

Hotspotkarte: Bewegungen der Fische


In die dritte Karte werden die Fische, in unserem Falle die Karpfen, eingezeichnet. Zum einen werden die direkten Sichtungen von Karpfen eingezeichnet und zum anderen auch die Anzeichen, die auf Karpfen hindeuten. Dabei geht man vor wie folgt: Man setzt sich für einen längeren Zeitraum an den Karpfenteich und beobachtet die Gewässeroberfläche genau. Man achtet dabei vor allem auf Bewegungen an der Wasseroberfläche, die auf Karpfen hindeuten. Zum einen können dies aufsteigende Luftblasen sein, die häufig dadurch entstehen das Karpfen an diesen Stellen den Teichgrund nach Nahrung durchwühlen. Zum anderen aber sollen aber auch Karpfen, die an der Gewässeroberfläche nach Insekten oder Schwimmgut schnappen in die Karte eingetragen werden. Für jedes Aufsteigen von Luftblasen und für jede Sichtung an der Oberfläche wird ein Punkt in die Karte gezeichnet. Dadurch kann man nach einiger Zeit ein Muster erkennen an welchen Stellen sich die Karpfen häufig aufhalten.

 

Unbestritten ist das Anfertigen der drei Karten recht aufwändig, doch nur so hat man die Möglichkeit zuverlässig Hotspots zu identifizieren und auch fremde Karpfenteiche sehr schnell kennen zu lernen. Sehr hilfreich ist es wenn man die so erstelle Karten mit befreundeten Anglern am selben Karpfenteich austauscht. Nur so kann man seine Aufzeichnungen verfeinern und noch mehr Wissen über den Karpfenteich erlangen.